Marlene Engelhorn spendet 25 Millionen – das Internet wütet gegen die Erbin

marlene engelhorn spendet 25 millionen – das internet wütet gegen die erbin

Marlene Engelhorn ist selbst Millionärin und setzt sich für höhere Besteuerung ein.

Manche Menschen hassen gute Nachrichten. Zwischen Krieg, Klimakatastrophe und Wirtschaftseinbruch sind sie vielleicht gar nichts anderes mehr gewöhnt, als gegen alles und jeden zu „haten“. Sie finden immer ein Haar in der Suppe. Und das nervt.

Die österreichische Millionenerbin Marlene Engelhorn hat ihr Wort gehalten. Mehrere Jahre nach ihrer ersten Ankündigung verschenkt die 31-Jährige nun neunzig Prozent ihres Vermögens an die österreichische Allgemeinheit. Das sind 25 der 27 Millionen Euro, die sie als Nachfahrin des BASF-Gründers Friedrich Engelhorn geerbt hat.

Und das tut sie, weil sie ihr Erbe und die damit einhergehenden Privilegien als ungerecht empfindet. Doch anstatt, wie viele andere Reiche es tun, ihr Geld an eine Organisation ihrer Wahl zu spenden, entschied sie sich dafür, einen Gemeinderat ins Leben zu rufen. Dieser möglichst akkurate Querschnitt der österreichischen Gesellschaft sollte entscheiden, wo ihr Geld hinfließt, nicht sie selbst. So will Engelhorn es vermeiden, durch ihr Geld unkontrolliert Macht auszuüben und dem Vorhaben einen demokratischen Charakter geben. Bravo!

Doch selbst an dieser durch und durch positiv anmutenden Nachricht haben bestimmte Menschen einiges auszusetzen. Wieso eigentlich? Schauen wir uns die drei wiederkehrenden Beschwerden im Netz doch einmal genauer an.

Im März 2021 kündigte Engelhorn in einem Interview mit der Wiener Wochenzeitung Der Falter ihr Vorhaben erstmals an. Das ist also rund drei Jahre her. Warum die Umsetzung ihres Projektes so lange gedauert hat? Weil Engelhorn ohne ihr Geld nur eine Dauerstudentin ohne Persönlichkeit wäre, so eine Erklärung aus dem Netz. Interessant.

Es stimmt, dass 25 Millionen Euro wahrscheinlich deutlich schneller wohltätigen Organisationen zugewendet werden können, als innerhalb von drei Jahren. Aber es ist doch gerade der zentrale Punkt von Engelhorns Vorhaben, dass sie eben nicht kurzerhand selbst entscheiden möchte, welche Zwecke sie unterstützenswert findet und welche nicht und so ihre vererbte Machtposition weiter ausspielt.

Es geht ihr darum, die Entscheidungsgewalt an die Allgemeinheit abzutreten. Dafür wurde der „Gute Rat für Rückverteilung“ ins Leben gerufen. Im Sommer 2023 wurden dafür 10.000 österreichische Bürger stichprobenartig angeschrieben. Fünfzig von ihnen wurden dann aufgrund von demografischen Kriterien und mithilfe statistischer Verfahren ausgewählt und eingeladen, am Rat teilzunehmen. Die Mitglieder waren zwischen 16 und 85 Jahre alt und tagten daraufhin sechs Wochenenden lang, um zu einer durchdachten Entscheidung zu gelangen. Good things take time.

Große Aufregung entfachte auch, dass Engelhorn, zwei Millionen Euro ihres Erbes behalten wird, um sich den „Einstieg ins Arbeitsleben zu erleichtern“. Manche nennen das „absolut irre“ oder bezeichnen Engelhorn als „reine Realsatire“.

Es ist ein bekannter Reflex, die Menschen zu kritisieren, die viel tun, aber nicht alles, anstatt diejenigen, die gar nichts tun. Mir fällt das immer wieder auf. Menschen, die versuchen, klimafreundlich zu leben und ihrem eigenen Anspruch nicht immer gerecht werden, werden öfter kritisiert, als jene, die gar nicht erst versuchen, ihren Lebensstil umzustellen. Wie destruktiv.

Aber jetzt mal ehrlich: Würden Sie 25 von 27 Millionen Euro aus freien Stücken an die Allgemeinheit verschenken? Ich selbst bin mir nicht so sicher. Gönnen wir Frau Engelhorn doch den Rest und kritisieren lieber die Superreichen, die ihr gesamtes Vermögen für sich behalten.

Der letzte große Aufreger: Engelhorn geht es lediglich um den medialen Hype um ihre Person! Dieser Vorwurf bringt einige auf die Palme.

Mich würde es auch nerven, wenn es Engelhorn allein um ihre 25 Millionen Euro ginge. Denn die werden, egal wie gemeinwohlorientiert auch angelegt, die Welt nicht grundlegend verändern. Doch darum geht es auch gar nicht. Engelhorns Spende generiert Aufmerksamkeit, die sie geschickt dazu nutzt, die öffentliche Debatte um Erbschafts- und Vermögensbesteuerung anzufeuern. Ein Thema, das sehr wohl das Potenzial hat, weitreichende, strukturelle Veränderungen nach sich zu ziehen, von denen große Teile der Bevölkerung profitieren würden.

Engelhorn ist Mitbegründerin der Initiative „Tax me now“ unter der sie sich mit anderen Reichen seit Jahren für strengere Erbschafts- und die Wiedereinsetzung der Vermögenssteuer einsetzt. Das ist ihr eigentliches Verdienst. Den Hype um ihre Person für solch ein gesamtgesellschaftliches Anliegen zu nutzen, finde ich eigentlich ziemlich uneigennützig – und völlig legitim.

Natürlich kann man auch an Marlene Engelhorn und ihrer Spende Kritik üben. 25 Millionen Euro sind nun vergeben. War der einberufene Rat das richtige Format für die Verteilung? Hat Engelhorn wirklich mehr Bewusstsein für steuerliche Ungerechtigkeit geschaffen? Profitieren die richtigen Organisationen von ihrer Spende? Das lässt sich diskutieren.

Trotz alledem empfinde ich die Nachricht von einer Millionärin, die sich für höhere Besteuerung einsetzt, die neunzig Prozent ihres Geldes spendet und nicht einmal selbst entscheiden möchte, wofür, höchst erfrischend.

Dass manche Menschen nicht einmal das, alles in allem, gutheißen können und Frau Engelhorn stattdessen lieber persönlich angreifen, ist Zynismus pur. Aber: Eine gute Aktion bleibt es trotzdem. Haters gonna hate.

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