Schockstudie aus Brasilien - Corona löst Spermien-Selbstmord aus - was das für Männer bedeutet

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Das Corona-Virus löst in Spermien eine Abwehrreaktion aus, bei der sie absterben Getty Images/Chinnachart Martmoh

Forscher aus Brasilien konnten Sars-CoV-2-Viren bis zu drei Monate nach einer Infektion im Sperma nachweisen. Sie stellten fest, dass durch das Coronavirus eine schädliche Abwehrreaktion in Gang gesetzt wird, die Spermien schadet. Mit der Zeugung von Nachwuchs sollten betroffene Männer daher ein halbes Jahr warten.

Dass Sars-CoV-2 nicht nur eine Atemwegserkrankung ist, sondern auch andere Bereiche des Körpers angreifen kann, ist schon lange bekannt. Das Virus gelangt über die Atemwege in die Lunge, ins Blut sowie in andere Organe wie etwa Leber, Niere und Gehirn. Denn im Grunde kann das Virus überall dort andocken, wo die Zellen auf ihrer Oberfläche ACE-2-Rezeptoren und ein bestimmtes Enzym (TMPRSS2) aufweisen. Das ist beispielsweise auch in den Hoden der Fall, wo die Viren bereits nachgewiesen werden konnten.

9 von 13 Probanden hatten Corona-Virus-RNA in den Spermien

Forscher der Universität von São Paulo in Brasilien konnten nun im Rahmen einer Studie zeigen, dass das Virus 110 Tage, also über drei Monate, nach der akuten Infektion in Spermien noch nachweisbar ist und auch die Samenqualität beeinträchtigt. Da die Tests nur über diesen Zeitraum durchgeführt wurden, könnten Corona-Viren möglicherweise auch noch länger dort vorhanden sein.

Für die kleine Studie untersuchten die Forscher das Sperma von 13 Patienten im Alter von 21 und 50 Jahren, die mit leichten bis schweren Verläufen mit Covid-19 im Krankenhaus behandelt worden waren. Mittels PCR-Test ließ sich das Virus im Sperma nicht nachweisen. Aber mit dem Transmissionselektronenmikroskop (TEM) erhielten die Forscher ein ganz anderes Bild: Bis zu 90 Tage nach der Krankenhausentlassung und damit bis zu 110 Tage nach der Infektion konnten sie damit bei 9 der 13 Probanden virale RNA des Coronavirus in den Spermien feststellen.

Infizierte Spermien bringen sich selbst um, um Erreger abzutöten

Doch der Blick ins Elektronenmikroskop brachte noch viel wichtigere Erkenntnisse zutage: Die mit Corona infizierten Spermien produzierten sogenannte „extrazelluläre Fallen“. Dabei handelt es sich um einen immunologischen Mechanismus, der in der Wissenschaft als neutrophile extrazelluläre Falle (kurz NET) bezeichnet wird. Dieser wird hauptsächlich von einer Unterform der weißen Blutkörperchen genutzt (den neutrophilen Leukozyten), um Bakterien, Pilze und Viren zu bekämpfen. Bei Überaktivierung kann dieser Mechanismus aber auch dem Körper schaden.

Im Falle der Spermien konnten die Forscher sehen, dass sich die Samenzellen sozusagen selbst opfern, um den Erreger – also in diesem Fall das Coronavirus – einzukreisen und abzutöten. Die Forscher bezeichnen diesen Mechanismus als „suizidale ETosis-ähnliche Reaktion“.

Spermien Teil des angeborenen Immunsystems

Für die Wissenschaft ist dies eine bahnbrechende Erkenntnis: „…dass Spermien als Teil des angeborenen Immunsystems gegen Eindringlinge fungieren, verleiht der Studie große Bedeutung“, sagt der federführende Forscher, Jorge Hallak, im Journal der Universität . Es handle sich daher um einen Paradigmenwechsel in der Wissenschaft. Denn bisher seien nur naheliegende Funktionen der Spermien bekannt wie etwa

  • den genetischen Inhalt der männlichen Geschlechtszelle zur weiblichen Geschlechtszelle zu transportieren,
  • die Befruchtung der weiblichen Geschlechtszelle,
  • die Embryonalentwicklung bis zur zwölften Schwangerschaftswoche zu fördern.

Fortpflanzung nach Infektion um mindestens sechs Monate verschieben

Für die Fortpflanzung hat die Entdeckung der brasilianischen Forscher eine wichtige Bedeutung: Aufgrund dieser immunologischen Prozesse und um auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt Hallak die natürliche Empfängnis und insbesondere die assistierte Fortpflanzung für mindestens sechs Monate nach einer Sars-CoV-2-Infektion zu verschieben. Denn möglicherweise kann das Virus bei manchen Betroffenen auch länger in den Spermien aktiv sein. Das gelte selbst bei einer leichten Covid-19-Erkrankung, mahnt der Wissenschaftler.

Zwar sei bis dato nicht bekannt, ob die virustragenden Spermien in der Lage seien, eine Eizelle zu befruchten. Genauso wenig wisse man aber, ob das Virus sich auf den sich entwickelnden Embryo übertragen könnte und welche potentiell schädlichen Folgen dies haben könnte.

„Wir müssen bei der Behandlung männlicher Patienten, die mit Sars-CoV-2 infiziert sind, vorsichtig sein, insbesondere wenn sie einen Kinderwunsch haben, unabhängig vom Schweregrad ihrer Covid-19-Erkrankung“, mahnt Hallak daher.

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