Top-Ökonom Acemoğlu: „Glaubt nicht an den KI-Hype!“

top-ökonom acemoğlu: „glaubt nicht an den ki-hype!“

Ist skeptisch: MIT-Professor Acemoğlu glaubt nicht an den KI-Hype.

Die Künstliche Intelligenz (KI) ist medial gerade mal wieder überall. Der amerikanische Konzern Google hat angekündigt, im großen Stil KI in seine Suchmaschine zu integrieren. Der ChatGPT-Entwickler Open AI hat eine neue Version seines KI-Modells mit beeindruckend wirkenden Fähigkeiten vorgestellt: ChatGPT kann jetzt mit sehr natürlich wirkender Stimme Gute-Nacht-Geschichten vorlesen, Mathe-Nachhilfe geben oder auf Knopfdruck dolmetschen.

Investoren und Unternehmen stecken in der Hoffnung auf neue Geschäftsmodelle und Produktivitätssprünge Milliarden in die Technologie. Die Investitionen in Start-ups mit Bezug zu generativer Künstlicher Intelligenz sind laut einer Auswertung des deutschen Start-up-Verbands von 4,8 Milliarden Euro im Jahr 2021 auf 22,3 Milliarden Euro im vergangenen Jahr förmlich explodiert. Generative Künstliche Intelligenz meint die mit Hilfe von auf riesigen Datenmengen trainierten Modelle, die auf Befehl Texte, Bilder, Videos oder andere Daten erschaffen können. Sie sind die Grundlage für Anwendungen wie ChatGPT.

Banken, Unternehmensberatungen und Wirtschaftsinstitute überschlagen sich angesichts der Aufregung beinahe im Wochentakt mit neuen Prognosen, wie Künstliche Intelligenz das Wirtschaftswachstum ankurbeln könnte. Die Banker von Goldman Sachs rechnen damit, dass KI die Weltwirtschaft im kommenden Jahrzehnt um 7 Prozent wachsen lassen wird. Die Unternehmensberater von McKinsey gehen davon aus, dass die jährliche Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts durch KI bis 2040 um 3 bis 4 Prozentpunkte steigen könnte. Hierzulande prophezeit das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft, dass generative KI potentiell 330 Milliarden Euro zur Wertschöpfung der deutschen Wirtschaft beitragen könne – wenn denn die Hälfte aller Unternehmen in Deutschland KI einsetzen würde.

Acemoğlu: 1 Prozent Wachstum durch KI realistischer

Geht es nach dem amerikanischen Ökonomen Daron Acemoğlu, sind derartige Prognosen maßlos übertrieben. In einem im Mai erschienenen Arbeitspapier errechnet der Professor am Massachusetts Institute of Technology, dass in der kommenden Dekade ein zusätzliches Wirtschaftswachstum von 1 bis 1,5 Prozent durch KI deutlich realistischer sei. „Glaubt nicht an den KI-Hype!“, titelt Acemoğlu provokant in einem Beitrag zu seinem Arbeitspapier. Basierend auf bestehender Forschung kalkuliert er damit, dass aktuelle generative KI-Anwendungen die Personalkosten um 27 Prozent und die Kosten insgesamt um 14,4 Prozent senken könnten. Deutlich höhere Einsparungen hält der Ökonom für unrealistisch. Selbst industrielle Roboter hätten die Personalkosten nur um 30 Prozent gesenkt, obwohl sie das herstellende Gewerbe transformiert hätten. Acemoğlu, einer der angesehensten Ökonomen der Welt, schätzt zudem, dass nur 4,6 Prozent aller Arbeitstätigkeiten durch KI erledigt werden könnten – vor allem bei sozialen oder handwerklichen Aufgaben sei das nicht der Fall.

Tatsächlich haben viele Unternehmen feststellen müssen, dass es nicht so leicht ist mit KI einen Mehrwert zu schaffen, wie nach dem Erscheinen von ChatGPT gedacht. „Nur weil die Mitarbeiter ein Tool haben, mit dem sie Infos schneller nachgucken können, wird das Unternehmen nicht auf einmal 20 Prozent produktiver“, sagte Rasmus Rothe der F.A.Z. schon zu Jahresbeginn. Rothe ist Mitbegründer von Merantix, einem in Berlin ansässigen Investor und Entwickler von KI-Start-ups. Unternehmen müssten tiefer in die Geschäftsprozesse gehen, um wirklichen Mehrwert zu schaffen.

Wo die KI schon hilft

„Generative KI ist aktuell schon sehr gut von einzelnen Personen zu einzelnen Themen in einzelnen Anwendungen nutzbar“, sagt Andreas Liebl, der als Geschäftsführer der „appliedAI“-Initiative Unternehmen bei der Implementation von KI hilft. Unternehmen täten sich aber noch schwer, KI-Anwendungen großflächig auszurollen. „Das liegt weniger an der Technologie und mehr daran, dass Unternehmen nicht darauf vorbereitet sind, KI einzusetzen.“ Nichtsdestotrotz kenne er auch Unternehmen mit „drastischen Produktivitätsschüben“ in der Software-Entwicklung oder mit komplett neuen, effizienteren Prozessen im Marketing oder Kundenservice. Im Marketing kann die KI etwa die Erstellung einfacher Produktvideos oder -bilder für den Onlinehandel übernehmen.

Gleichwohl gibt es auch technisch noch Einschränkungen, sagt Aapo Tanskanen, KI-Experte bei der Technologieberatung Thoughtworks: die Unzuverlässigkeit der Ergebnisse, fehlende logische Fähigkeiten und relativ hohe Latenzzeiten. „Das macht eine umfassende, unternehmensweite KI-Transformation herausfordernd.“ Selbst gute KI-Chatbots könnten nur 15 Prozent ihrer Aufgaben zufriedenstellend lösen – während Menschen eine Erfolgsrate von 92 Prozent hätten. Große Sprachmodelle könnten dennoch wertvolle Werkzeuge darstellen, ist er überzeugt – auch, wenn sie nicht gleich ganze Unternehmen revolutionierten.

Selbst Acemoğlu wendet ein, dass der langfristige Effekt Künstlicher Intelligenz deutlich größer sein könnte – etwa falls die Systeme den Forschungsprozess revolutionierten. Zuletzt habe KI etwa neue Kristallstrukturen entdeckt oder Fortschritte in der Proteinfaltung vorangetrieben. Diese Durchbrüche würden aber kaum innerhalb der nächsten 10 Jahre zum Wirtschaftswachstum beitragen.

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