„Vielleicht besser, hier heute abzusteigen“: FC-Fans in Heidenheim: Undercover zum siebten Abstieg

Auf dem Heidenheimer Schlossberg thront die ehemalige Festungsanlage Schloss Hellenstein. Weniger als einen Kilometer Luftlinie entfernt steht die Voith-Arena, im Volksmund Albstadion genannt. Die Heimat des 1. FC Heidenheim ist die höchstgelegene und zugleich kleinste Spielstätte im deutschen Profifußball.

Dementsprechend gering war das Kontingent, das den Fans des 1. FC Köln zur Verfügung gestellt wurde. Nur 2.250 Karten gingen an den Kölner Anhang. Hartnäckigkeit und dazugehörigen Erfindungsreichtum bei der Beschaffung von Eintrittskarten stellten die FC-Fans in der Vergangenheit mehrfach unter Beweis.

FC-Fan sucht frühmorgens nach Eintrittskarten

Katja Szislowski-Reucker etwa stellte sich für Samstagmorgen vier Uhr den Wecker. Auf einschlägigen Internetportalen suchte sie nach halbwegs bezahlbaren Ticket-Angeboten für das entscheidende Spiel ihres 1. FC Köln in Heidenheim.

Sie wurde fündig. Zwei Stehplatzkarten für die Osttribüne zum stolzen Kurs von 60 Euro. Pro Karte wohlgemerkt. Dazu muss man allerdings wissen, dass die Osttribüne des Albstadions das Pendant zur Südkurve des Rhein-Energie-Stadions darstellt. In der Stadionordnung heißt es dazu: „Wir behalten uns das Recht vor, Fans mit anderen Fan-Utensilien abzuweisen. Die Eintrittskarte erlischt dann ersatzlos.“

In Heidenheim deutet nicht viel auf Bundesliga-Fußball hin

Gegen halb neun weckte Katja telefonisch ihre Schwester Ruth und stellte sie mehr oder weniger vor vollendete Tatsachen. Von ihrem Wohnort Kruft machten sich die Geschwister ohne die sonst üblichen Trikots und Schals auf den Weg in den Osten Baden-Württembergs.

Gut zwei Stunden vor Spielbeginn deutete in Heidenheim nicht viel darauf hin, dass hier ein wichtiges Bundesliga-Spiel stattfinden sollte. Während es für den 1. FC Köln mal wieder um den Klassenverbleib ging, wollten sich die Gastgeber die Chance auf Platz 8 nicht entgehen lassen. Der könnte nämlich, den Pokalsieg von Bayer Leverkusen vorausgesetzt, die Qualifikation zur Conference League bedeuten.

Volksfestatmosphäre beim 1. FC Heidenheim

Entlang der Schloßhausstraße, die den Berg in Richtung Stadion hinaufführt, sind erste Fans beider Mannschaften zu entdecken. Unterhalb des Schlosses sieht es dann erstmals nach Spieltag aus. Polizisten beobachten die Fußball-Fans auf dem Weg zur Arena. Die Situation wirkt eher friedlich.

Hinter der Osttribüne wurde eine Bühne aufgebaut, Volksfestatmosphäre liegt in der Luft. In Heidenheim wird man unabhängig vom Ergebnis auf eine erfolgreiche Premieren-Saison in der Bundesliga zurückblicken können.

Ordnungspersonal verwehrt FC-Fans den Zugang

Ordnungspersonal verwehrt freundlich, aber bestimmt den Anhängern aus Köln den Zutritt zur kleinen Fan-Meile. Inzwischen sind Katja und Ruth auf dem Schlossberg eingetroffen. Aufgrund ihrer neutralen Kleidung sind sie einer Ordnerin aufgefallen. Mit einiger Überzeugungskraft gelingt den Schwestern letztlich der Weg in das gegnerische Lager.

„Ich traue dem FC zu, die benötigten Tore zu schießen. Wir holen es heute hier“, gibt sich Katja bedingt zuversichtlich. „Ich fürchte aber, Union holt es auch.“ Ein paar Meter weiter steht ein FC-Fan im Gewusel, der es irgendwie an den Ordnern vorbei geschafft hat. Als weitere Kölner auf die Fan-Meile spazieren wollen, werden diese zum Gehen aufgefordert. Der einzelne FC-Fan zieht daraufhin eilig seinen Schal vom Hals und schließt seine Jacke über dem Trikot. Undercover-Fans beim letzten Saisonspiel des 1. FC Köln.

Gästefans undercover im Heimblock

Während der Partie, die alles andere als erbaulich aus Kölner Sicht verläuft, halten sich Katja und Ruth so bedeckt wie möglich. Dennoch werden umstehende Heidenheimer misstrauisch. Es bleibt aber friedlich, was möglicherweise mit dem deutlichen Sieg der Heim-Elf zu tun hat.

„vielleicht besser, hier heute abzusteigen“: fc-fans in heidenheim: undercover zum siebten abstieg

FC-Fan Katja Szislowski-Reucker mit ihrer Schwester Ruth beim Auswärtsspiel ihres 1. FC Köln beim 1. FC Heidenheim im Fan-Block der Heimmannschaft. Katja Szislowski-Reucker

„Der Abstieg trifft mich nicht mehr ganz so hart, es ist schließlich der siebte“, sagt Katja nach Spielende gefasst. „Was mich viel mehr umtreibt, ist die Tatsache, dass es ganz offenbar keinerlei Konsequenzen in der Vereinsführung geben wird. Außerdem ist es vielleicht besser, hier heute abzusteigen, als in der Relegation von Düsseldorf aus der Liga geschossen zu werden.“ Katja lebte von 1995 bis 2006 unter anderem wegen ihres Studiums in Köln. Die Sozialpädagogin hatte sich nur an der Kölner Universität beworben. „Ich wollte näher an meinem FC sein“, erklärt die Dauerkarteninhaberin.

Mit dem 1. FC Köln nach Hamburg

Wie so viele andere FC-Fans ihrer Generation hat die 47-Jährige viel Erfahrung mit der 2. Bundesliga. Doch es sind die Umstände dieses erneuten Niedergangs, die sie wütend machen. Eine Wut, die sich mit einem gewissen Pragmatismus paart. „Immerhin können wir nächste Saison endlich mal wieder nach Hamburg fahren“, blickt Katja voraus. Dann wieder mit Trikot und Schal.

Während sich die deprimierten Gäste-Fans auf den Heimweg den Schlossberg hinab aufmachen, feiern die Einheimischen den größten Erfolg in der Geschichte ihres Vereins. Umgetextete Ballermann-Hits über künftige Europapokal-Fahrten müssen den Kölnern wie Hohn in den Ohren geklungen haben. Irgendwie ein bezeichnendes Ende einer Saison zum Vergessen.

OTHER NEWS

1 hour ago

Andreas Gabalier spricht über den Verlust von Vater und Schwester

1 hour ago

Ferrari gewinnt wieder in Le Mans

1 hour ago

„Kann er nicht mal die Mambos 1–4 singen?“: „ZDF-Fernsehgarten“-Fans genervt von Dauergast Lou Bega

1 hour ago

Erschreckender AfD-Erfolg: Keine Ausreden mehr

1 hour ago

Premier League: Haaland-Beraterin stellt Milliarden-Aussage klar

1 hour ago

Flughafen Braunschweig: Pilot meldet Probleme – Flugverkehr muss eingestellt werden

1 hour ago

Urlaub in Spanien, Griechenland und Co.: Diese peinlichen Fehler machen Touristen immer wieder

1 hour ago

Sorge vor Ukraine-Angriffen auf Krim-Brücke: Russland greift zu weiterer Maßnahme

1 hour ago

24h Le Mans 2024: Ferrari verteidigt Le-Mans-Sieg nach spannendem Kampf

1 hour ago

Wolfgang Pauritsch sorgt für Schock-Moment bei „Bares für Rares“ – mit „schmerzhaften Folgen“

1 hour ago

Truppenfahrzeug explodiert: Acht israelische Soldaten im Süden des Gazastreifens getötet

1 hour ago

Hitzedom: Rekordtemperaturen in weiten Teilen der USA erwartet

1 hour ago

Das passiert, wenn du keimende Kartoffeln isst

1 hour ago

Let's Dance | Llambi bestätigt neuen Job: Zukünftig ist er freitagabends beim Konkurrenzsender zu sehen!

1 hour ago

Reiseveranstalter : Nach FTI-Pleite: TUI stockt das Kontingent um 300.000 zusätzliche Plätze auf

1 hour ago

Der Staat sieht sie nicht

2 hrs ago

Zhou bewirbt sich ganz offen für dieses Team: 'Aber das ist absolut keine Option'

2 hrs ago

Ukraine-Gipfel: Kanzler Nehammer erwartet keine einstimmige Unterstützung für Gipfel-Erklärung

2 hrs ago

EU-Renaturierungsgesetz: Platzt heute die Koalition?

2 hrs ago

Toni Kroos: Der heimliche Held des DFB-Teams und seine Halspflaster | EM

2 hrs ago

FC Bayern: Alphonso Davies mit Kehrtwende – das ist wohl der Plan

2 hrs ago

Die „Wüste“ ruft! Rekord-Gehalt für Niederländer?

2 hrs ago

Warum Red Bull Salzburg Ja zum Alter sagen muss

2 hrs ago

Ukraine-Konferenz: Wo sich Österreich und 80 andere Staaten einig sind

2 hrs ago

Göring-Eckardt ruft zu "Aufstand der Anständigen" auf

2 hrs ago

Mallorca: Irre Aktion am Ballermann! Touristen bringen Anwohner zur Weißglut

2 hrs ago

Wiener Ringstraßen-Allee wird sich völlig verändern

2 hrs ago

Trauer um getötete Valeriia - Ermittlungen gehen weiter

2 hrs ago

Empörung nach rassistischem Angriff auf Kinder in Mecklenburg-Vorpommern

2 hrs ago

Ismaik in München: Umstrittener Investor bei Mitgliederversammlung des TSV 1860 – deutliche Kritik von „Löwen“

2 hrs ago

"Eine große Schande": Manuel Gräfe geht auf EM-Schiedsrichter Felix Zwayer los

2 hrs ago

Kuh löst Feuerwehreinsatz auf steirischer Alm aus

2 hrs ago

Motorradlenker verunfallte vor Augen der Ehefrau

2 hrs ago

Modetrend 2024: Das ist die perfekte Jacke fürs 18-Grad-Wetter

2 hrs ago

Deutsche Bahn im Mai unpünktlicher

2 hrs ago

Perfekt für alle, die ungern nackte Beine zeigen: der Kuchen-Rock von Otto

2 hrs ago

Bodo Ramelow spricht Klartext: „Mein Bedarf ist gedeckt“

2 hrs ago

AfD-Erfolg bei Jugendlichen: Was an den Schulen falsch läuft

2 hrs ago

Hyundai Grandeur : Luxusliner mit Staria-Gesicht

2 hrs ago

Harsche Kritik wegen Bierpreisen!