Verluststrähne: Siemens Energy bittet um Geduld

verluststrähne: siemens energy bittet um geduld

Am Standort in Cuxhaven:

Wer auf einer Windturbine steht, darf keine Höhenangst haben. Die in der Landschaft hochragenden Türme können 140 Meter hoch sein, entsprechend zugig kann es dann oben zugehen. Wie komplex so eine Windturbine sein kann, das hat der Energietechnikkonzern Siemens Energy in dieser Woche veranschaulicht, als er Journalisten die Besichtigung von Windturbinen im Bürgerwindpark Hollich in Steinfurt bei Münster ermöglichte. Dass die Beseitigung von Qualitätsproblemen in schwindelerregender Höhe eine mühselige und zeitintensive Aufgabe ist, diesen Eindruck wollte der leidgeprüfte Konzern damit wohl auch vermitteln.

Mehr Aufträge als Siemens

Denn das Windgeschäft hat Siemens Energy wie ein Orkan durchgewirbelt. Die verantwortliche Tochtergesellschaft Gamesa hat im vergangenen Geschäftsjahr 2022/23 dem Konzern einen Rekordverlust von 4,6 Milliarden Euro eingebrockt. Das überschattet die gute Entwicklung in den anderen Bereichen wie Gaskraftwerke oder Stromnetze. Die hohe Nachfrage lässt sich am Auftragsbestand ablesen, der mit 119 Milliarden Euro auf Rekordniveau und um 5 Milliarden Euro höher liegt als im früheren Mutterkonzern Siemens, der sich aus seiner einstigen Energieeinheit lieber heute als morgen vollständig zurückziehen will.

Das Windgeschäft, das vor allem unter den Qualitätsproblemen bei Landturbinen (Onshore) leidet, ist gewissermaßen eine Mitgift gewesen, als Siemens Energy vor vier Jahren aus dem Siemens-Konzern abgespalten worden ist. Die spanische Tochtergesellschaft Gamesa hat auch schon davor für reichlich Probleme gesorgt und es wird noch einige Zeit dauern, bis sie wieder als gesund eingestuft werden kann.

Der Chef tritt auf die Bremse

Der Vorstandsvorsitzende Christian Bruch peilt für Gamesa ein ausgeglichenes Ergebnis bis 2026 an, doch dahinter muss ein Fragezeichen gesetzt werden. Denn Bruch dämpfte in dieser Woche auf einer Journalistenveranstaltung, zu der Siemens Energy an seinen Standort in Mülheim an der Ruhr eingeladen hat, abermals vorschnelle Erwartungen: „Wir werden den Vertrieb der neusten Onshore-Turbinen wieder aufgenehmen, doch das erfordert auch Geduld im Neugeschäft. Wir haben in den vergangenen zwölf Monaten keine Landturbine dieses Typs verkauft, da geht das nicht von heute auf morgen in alter Geschwindigkeit.“

Für die Neuausrichtung von Gamesa war bislang Jochen Eickholt zuständig, der sich im Siemens-Konzern als Mann für schwierige Fälle einen Namen gemacht hat. Doch er wird im gegenseitigem Einvernehmen sein Mandat zum 31. Juli niederlegen und zum 30. September ausscheiden. Seine Nachfolger wird Vinod Philip, ein gebürtiger Inder mit amerikanischem Pass. Unter seiner Leitung wird die Windkraftsparte künftig in die Führungsstruktur des Konzerns integriert und operativ verantwortet.

Ausstieg wäre zu teuer

Philip zeigt sich motiviert: „Ab August die Verantwortung bei Siemens Gamesa von Jochen zu übernehmen, war für mich eine Entscheidung, die ich bewusst getroffen habe. Ohne ein starkes und profitables Windgeschäft könnte Siemens Energy seine strategischen Ziele nicht erreichen. Da sind wir uns im Vorstand einig.“

Die Marschrichtung gibt Bruch vor: „Wir werden uns aus bestimmten Märkten zurückziehen. Dazu zählen Teile von Lateinamerika und Afrika. In Indien prüfen wir eine Fortführung des Geschäfts.“ Als Kernmärkte sieht er Europa und Nordamerika. Bei anderen Märkten werde die erste Frage sein, ob das Geschäft wirklich profitabel sei. Im Windgeschäft hält Bruch ein zu schnelles Wachstum für nicht ratsam: „Man muss hier schrittweise vorgehen.“

Die Branche sei in den vergangenen Jahren sehr schnell gewachsen. Nun sei mehr Disziplin und Geduld angezeigt. „Wir wollen uns auf weniger Produkte konzentrieren und in deren Entwicklung mehr Zeit investieren“, betonte Bruch. Für ihn geht es nicht um die größte Turbine, vielmehr brauche der Markt verlässliche Produkte.

Der Ausstieg aus dem Onshore-Geschäft ist für Bruch keine Alternative: „Die Marktaussichten sind gut und es wäre die deutlich teurere Option.“ Zudem gibt es langfristige Wartungsverträge, die erfüllt werden müssen. Bruch räumt ein, dass in der Vergangenheit zu viele Fehler in der Qualität gemacht wurden. „Daraus müssen wir unsere Lehren ziehen. Klare Verantwortlichkeiten sind wichtig.“

Nicht alles schlecht bei Gamesa

Dafür steht künftig Philip als Gamesa-Chef. Auch er spricht von einer „schrittweisen“ Lösung der Probleme: „Dafür haben wir jetzt einen Plan.“ Langfristig peilt Bruch im Onshore-Windgeschäft eine zweistellige Gewinnmarge an. Das Geschäft soll Jahr für Jahr verbessert werden.

Trotz der Qualitätsprobleme hält Philip Gamesa weiterhin für eine starke Marke mit vielen Kunden. Er blickt auch auf die Dinge, die bei Gamesa gut gelaufen sind. „Dass in einer Organisation alles falsch läuft, entspricht nicht meinen Erfahrungen.“

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