Iris2: Breton kontert Habecks Kritik an Europas größtem Weltraumprojekt

iris2: breton kontert habecks kritik an europas größtem weltraumprojekt

Ein Satellit data-portal-copyright=

Das Satellitennetzwerk Iris2 soll Europa mit sicherem Internet versorgen. Den deutschen Wirtschaftsminister stören die Kosten. Nun könnte EU-Kommissar Thierry Breton ein Friedensangebot machen.

Bei einem Streit zwischen der Bundesregierung und der EU-Kommission geht es um Europas wichtigstes Weltraumprojekt: den Aufbau eines Satellitennetzwerks. Iris2 soll Europa mit Internet versorgen und eine Alternative zum Starlink-System des US-Konzerns SpaceX bieten.

Dazu hatte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) im März einen Brief an EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton geschrieben, der es in sich hatte. Wie das Handelsblatt berichtete, beschwerte sich Habeck über die „exorbitanten“ Kosten des Vorhabens. Das Verfahren zur Einbindung der europäischen Wirtschaft sei „unausgegoren“.

Inzwischen hat Breton dem Minister in einem nicht weniger harschen Ton geantwortet. In dem am 25. April verfassten zweiseitigen Schreiben, das dem Handelsblatt exklusiv vorliegt, weist der Kommissar die Kritik zurück. „Ich kann keinen politischen Druck akzeptieren“, schrieb Breton.

Iris2 soll sichere Kommunikation ermöglichen und verspricht großes Wachstum

Iris2 gilt als sehr komplex, vor allem wegen der großen Ambitionen der EU-Kommission. Es soll sowohl sichere Kommunikation beispielsweise für das Militär als auch kommerzielle Anwendungen ermöglichen. Projekte wie dieses versprechen großes Wachstum: In einer Studie errechnete die Unternehmensberatung McKinsey, dass der Umsatz in der Weltraumwirtschaft von 630 Milliarden Dollar 2023 auf 1,79 Billionen Dollar 2035 wächst.

Seit mehr als zwei Jahren wird das von Breton vorangetriebene Netzwerk politisch diskutiert. Der Start war für 2024 vorgesehen, und es sollte 2027 abgeschlossen sein. Allerdings verzögert sich das Programm bereits erheblich. Breton läuft als Kommissar die Zeit davon. In wenigen Wochen ist Europawahl, zum Jahresende muss der Franzose abtreten.

In seinem Antwortbrief an Habeck wertete der Franzose die Einwände als „Einmischung in die Arbeit des zuständigen unabhängigen Komitees zur Evaluierung der Ausschreibung“. Sie würde „die Integrität und Regelkonformität des ganzen Prozesses unterminieren“.

Zum Ende des Briefs zeigte sich Breton dann versöhnlicher, bot Zusammenarbeit an „in Zeiten des Krieges auf unserem Kontinent“. So dürfte auch der Ton bei Bretons Besuch am Donnerstag in Berlin sanfter sein. Dort will sich der Kommissar laut Branchenkreisen mit Habeck treffen, um hauptsächlich über Iris2 zu sprechen.

Breton könnte Deutschland ein Angebot machen, sagte ein mit den Details vertrauter Insider. Demnach soll Deutschland einen Teil von Iris2 umsetzen: die Satelliten in mittlerer Höhe ab 2000 Kilometern, im sogenannten „Medium Earth Orbit“ (MEO).

Ein solches Projekt würde den deutschen Raumfahrtkapazitäten entsprechen. Der Bremer Satellitenhersteller OHB besitzt viel Erfahrung mit MEO-Satelliten. Diese könnten von deutschen Microlaunchern in die Umlaufbahn gebracht werden. Microlauncher sind kleinere Raketen, die derzeit von drei Start-ups in Deutschland entwickelt werden.

Erste deutsche Rakete startet im Sommer in den Weltraum

Das Start-up Hyimpulse führte vor wenigen Tagen einen ersten Start durch; Isar Aerospace und Rocket Factory Augsburg planen, in diesem Sommer die erste deutsche Rakete in den Weltraum zu schicken.

Die Offerte aus Brüssel löst allerdings nicht das finanzielle Problem, das Robert Habeck moniert hatte. Denn Iris2 ist ein sehr teures Projekt. Ursprünglich angedacht waren mehr als sechs Milliarden Euro. Laut dem Wirtschaftsminister liegen die Kosten derzeit fast doppelt so hoch.

Ulrich Walter, Professor für Raumfahrtechnik an der TU München, vermutet, dass selbst diese Summe nicht reicht. Er rechnet mit „wahrscheinlich 15 Milliarden Euro“. Dazu kommt noch eine Milliarde Euro jährlich für den Betrieb.

Auf Anfrage erklärte das Wirtschaftsministerium nach der Veröffentlichung von Habecks Brief: „Ganz klar ist: Deutschland steht hinter der Errichtung eines sicheren weltraumgestützten EU-Kommunikationssystems.“

Deutschland ist mit Frankreich größter Geldgeber

Generell stellt sich für Deutschland die Frage, was es bei dem Projekt an Gegenwert für sein Geld erhält. Zusammen mit Frankreich ist es größter Geldgeber, die Mittel werden zu großen Teilen aus dem EU-Haushalt gestellt. Bislang hat Breton aber wenig für Berlin vorgesehen. Aufsehen erregte beispielsweise die Entscheidung der Kommission, die zwei Kontrollzentren für den Betrieb der Satellitenkonstellation entweder in Frankreich, Luxemburg oder Italien anzusiedeln.

Auch die Forderung der Deutschen nach mehr Wettbewerb und Beteiligung von Start-ups bei der Ausschreibung wurde ignoriert. Statt Konkurrenz gibt es ein Konsortium, in dem alle großen Raumfahrtkonzerne Europas wie die Rüstungssparte von Airbus, die Satellitenbetreiber Eutelsat, Hispasat und SES sowie der Technologiekonzern Thales Alenia vorkommen.

Mit der Deutschen Telekom und dem Satellitenhersteller OHB kommen nur zwei der insgesamt sechs Firmen im Beratergremium aus Deutschland. Aus französischer Sicht zählt auch Airbus dazu, da der Bereich Defence and Space seinen Sitz in München hat.

Der mögliche Vorschlag von Breton, Deutschland die MEO-Satelliten in die Hände zu geben, stößt bei dem Konsortium auf wenig Begeisterung. „Viele Fragen der Zusammenarbeit zwischen den Partnern sind noch offen“, sagt ein hochrangiger Manager. Es handele sich ohnehin schon um ein technologisch sehr komplexes Projekt. Das Risiko sei, die Entwicklung von Iris2 durch weitere Partner noch komplizierter zu machen.

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