Mutter stirbt auf B207 – Unfallfahrer hatte keinen Führerschein

mutter stirbt auf b207 – unfallfahrer hatte keinen führerschein

Die 39-Jährige starb noch an der Unfallstelle auf der B207 zwischen Breitenfelde und Schwarzenbek.

Es war der Nikolaustag 2022, als das Leben einer Mutter auf der B207 zwischen Schwarzenbek und Breitenfelde endete. Josephin L. (alle Namen geändert) war gegen 17 Uhr gemeinsam mit ihrem 13-jährigen Sohn Jonas Richtung Schwarzenbek unterwegs, als ihr Laurentiu P. entgegenkam. Mit seinem Lieferwagen geriet er auf die Gegenfahrbahn. Ein Fahrschulauto konnte noch ausweichen, Josephin L. kollidierte frontal mit Laurentiu P. Sie war sofort tot. Doch der damals 33-Jährige hätte gar fahren dürfen: Er besaß nur einen englischen Lernführerschein und hatte THC und ein Kokain-Abbauprodukt im Blut. Außerdem soll er über 40 Grad Fieber gehabt haben. Vor dem Ratzeburger Amtsgericht ist er nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung angeklagt.

Stoisch verfolgt Laurentiu P. das Verfahren in Saal Zwei des Amtsgerichts. Flankiert von seinem Anwalt und einer Dolmetscherin, die von Deutsch auf Rumänisch übersetzt. Wohl auch wegen der sprachlichen Barriere antwortet er nur sehr spärlich, stellt keine Nachfragen an die Zeugen. Ohnehin will er kaum noch Erinnerungen haben an die Geschehnisse rund um den Unfall im Dezember 2022.

Tödlicher Unfall auf B207: Angeklagter fuhr mehrere Kilometer in Schlangenlinien

Dass er tatsächlich nur schwammige Erinnerungen hat, wird durch die Aussagen mehrerer Zeugen gestützt. Es scheint, als habe er sediert im Auto gesessen. Eine 34-jährige Zeugin berichtet, wie sie im Feierabendverkehr hinter Laurentiu P. auf der B207 Richtung Norden fuhr. Mehrmals sei sein Kastenwagen auf den Grünstreifen oder auf die Gegenfahrbahn gekommen. Einmal soll er sogar komplett den Mittelstreifen überfahren habe. „Ich dachte die ganze Zeit, gleich passiert etwas“, sagt die Frau aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg. Deshalb habe sie Sicherheitsabstand zum Fahrzeug vor ihr gehalten.

Obwohl er mehrfach von der Fahrbahn abgekommen sein soll, habe Laurentiu P. in Ortschaften normal auf rund 50 Kilometer pro Stunde gebremst und anschließend wieder beschleunigt, berichtet die Zeugin. Auch an Ampeln habe er vorschriftsmäßig gehalten. Dann aber, kurz hinter der Abzweigung nach Niendorf-Stecknitz, sei der Kastenwagen wieder schleichend nach links in den Gegenverkehr gezogen. Diesmal riss Laurentiu P. das Lenkrad aber nicht ruckartig wieder nach rechts. Ein Fahrschüler konnte ausweichen, ein 22-Jähriger brachte seinen BMW auf dem Grünstreifen zum Stehen und wurde touchiert. Doch Josephin L. hatte keine Chance, so beschreibt es auch ein Dekra-Gutachter.

Mutter und Sohn waren nicht angeschnallt

Ihr Audi A3 stieß mit dem Kastenwagen zusammen. Die Fahrerin war sofort tot. Eine Gerichtsmedizinerin stellte bei der 39-Jährigen schwerste Kopf- und Rückenverletzungen fest. Zudem habe sie innere Blutungen erlitten. Mit vergleichsweise leichten Verletzungen kam ihr damals 13-jähriger Sohn aus dem Wrack. Er hatte eine Kopfplatzwunde und diverse Prellungen und wurde von Ersthelfern versorgt. Laut Dekra-Sachverständigem sollen sowohl Josephin L. als auch ihr Sohn nicht angeschnallt gewesen sein. Ob ein angelegter Gurt ihren Tod verhindert hätte, sei schwierig zu sagen, erklärt die Gerichtsmedizinerin.

Ebenfalls leicht verletzt wurde der Angeklagte. Er konnte sich aus dem VW Crafter eigenständig retten, der auf die Seite kippte und auf der Motorhaube des Wagens einer heute 25-Jährigen landete, die einen Kniefraktur erlitt. Laut Zeugenaussagen habe sich Laurentiu P. nach dem Unfall in den Graben gesetzt und eine Zigarette geraucht. An den Hilfsmaßnahmen soll er sich nicht beteiligt haben. Der Angeklagte selbst berichtete, dass er sich auf den Boden gelegt hatte und anschließend von einem Helfer in ein Auto gebracht wurde. Daran könne er sich wieder erinnern.

Drogen, Fieber und diverse Medikamente

Untersuchungen nach dem Unfall im Rettungswagen und im Ratzeburger Krankenhaus ergaben einen Alkoholwert von 0,0 Promille. Allerdings fanden sich im Blut des Beschuldigten Reste vom Marihuana-Wirkstoff THC und ein Kokain-Abbauprodukt. Dass er konsumierte, sei eine absolute Ausnahme gewesen, behauptete er. Eine Vorstrafe wegen illegalen Drogenbesitz spricht dagegen. Zudem wurde bei Laurentiu P. eine Körpertemperatur von über 40 Grad gemessen und eine Sepsis festgestellt. Er habe zudem sichtlich unter Schock gestanden und nur verlangsamt reagiert.

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Gegen sein Fieber und die Erkältungssymptome, an denen er nach eigener Aussage seit drei Tagen vor dem Unfall litt, habe die Frau seines Chefs ihm verschiedene Medikamente gegeben. Die Wirkstoffe von Grippostad und Diclofenac können laut Gerichtsmedizin die Fahrtauglichkeit einschränken. Fieber und Schüttelfrost natürlich auch. „Er war zum Unfallzeitpunkt eindeutig krank“, sagte die Ärztin aus dem UKSH. Die Mengen an THC und dem Kokain-Abbauprodukt, die im Blut von Laurentiu P. nachgewiesen wurden, liegen in einem Bereich, in dem es schwer belegbar oder widerlegbar sei, dass es auf seine Fahrtauglichkeit Einfluss hatte.

„Konnte es mir nicht erlauben, nicht zu arbeiten“

Wieso Laurentiu P. trotzdem zur Arbeit ging und anschließend in den Firmentransporter stieg, wollte der Richter wissen. „Ich konnte es mir einfach nicht erlauben, nicht zu arbeiten“, sagt der Angeklagte, der sich mit Gelegenheitsjobs durchschlug. Da sich Laurentiu P. acht Monate nach dem Unfall nach Rumänien absetzte – aus Geldgründen, wie er sagt – befindet er sich zurzeit in Untersuchungshaft. Der Prozess wird am 29. Mai fortgesetzt.

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