Inklusion: Wird das Potenzial auf dem Arbeitsmarkt unterschätzt?

inklusion: wird das potenzial auf dem arbeitsmarkt unterschätzt?

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) data-portal-copyright=

Eine Umfrage im Handwerk zeigt, dass viele Betriebe Inklusion positiv sehen, es aber auch weiterhin Vorbehalte gegen die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung gibt.

Für Gerd Jahnsmüller ist Inklusion eine Selbstverständlichkeit. In seiner Bäckerei „Goldbrötchen“ im sächsischen Werda beschäftigt der Handwerker elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit gesundheitlichen Einschränkungen. Das entspricht einem Drittel der Belegschaft.

„Es ist ihnen durch die Arbeit bei uns möglich, aus eigener Kraft ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, ihrem Tag Struktur zu verleihen und von nicht behinderten Menschen anerkannt zu werden“, sagt Jahnsmüller, der den Familienbetrieb seit 2015 führt. 2021 wurde das Unternehmen mit dem Inklusionspreis der Wirtschaft ausgezeichnet.

Der Bäcker hofft, dass sich sein Beispiel durchsetzt und sich mehr Betriebe entsprechend engagieren. Denn noch immer haben es Menschen mit Behinderungen schwer, sich auf dem Arbeitsmarkt zu etablieren. Und das, obwohl sie oft überdurchschnittlich qualifiziert und hochgradig motiviert seien, wie Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagt.

Heil setzt vor allem auf mehr Druck und sieht höhere Ausgleichsabgaben für Betriebe vor, die ihrer Beschäftigungspflicht nicht nachkommen. Denn Unternehmen mit mindestens 60 Mitarbeitern müssen fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten besetzen. Bei 20 bis 39 Beschäftigten ist es ein Pflichtarbeitsplatz, bei 40 bis 59 Mitarbeitern sind es zwei.

Im Handwerk mit seiner oft kleinteiligen Struktur unterliegen viele Betriebe keiner Beschäftigungspflicht, da sie weniger als 20 Mitarbeiter haben. Dennoch spielt das Thema Inklusion dort eine zunehmende Rolle – auch angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels. In einer Umfrage der Krankenkasse IKK classic unter 650 Handwerkerinnen und Handwerkern, die dem Handelsblatt vorliegt, gaben 38 Prozent der Befragten an, dass ihr Betrieb bei der Inklusion Vorreiter oder zumindest fortgeschritten ist.

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