«Der Kleine sucht eine neue Mama» – Sara schockiert mit Inserat

Sara (40) inserierte per Facebook ihr Reborn Baby. Ein News-Scout ist entsetzt. Jedoch handelt es sich dabei um kein reales, sondern ein täuschend echtes Puppenbaby. Sara erklärt die Beweggründe dahinter, ein Reborn Baby zu kaufen.

«Der Kleine sucht eine neue Mama», schreibt Sara (40) aus Gossau SG in eine Facebook-Verkaufsgruppe, begleitet von Bildern eines täuschend echt aussehenden Babys und löst damit Entsetzen aus. «Darf man das???!!!!», schreibt ein News-Scout an 20 Minuten und schickt den Beitragslink mit. Wer das Inserat jedoch liest, wird ziemlich schnell aufgeklärt, dass es sich um eine Puppe, ein sogenanntes Reborn Baby, handelt. Diese sind so gestaltet, dass sie echte Neugeborene nachahmen. Deshalb ist es kein Einzelfall, dass die inserierten «Babys» verwirren.

«Jemand hat mich angeschrieben, weil er entsetzt war, dass ich mein Baby so günstig verkaufe. Ein anderer drohte mit einer Anzeige», sagt Sara auf Anfrage von 20 Minuten. Sie hat das Inserat auf Facebook veröffentlicht und ist seit Jahren im Besitz von Reborn Babys, die sie von Zeit zu Zeit wieder verkauft. Warum der Kauf ihres ersten Reborn Babys einen Wendepunkt in ihrem Leben markiert, erzählt die Gossauerin im Gespräch.

Das hat Sara zum Kauf bewegt

Die 40-Jährige hatte es im Leben nicht leicht. Misshandlungen im Kindesalter und traumatisierende Partnerschaften prägten ihr Leben. Wegen suizidaler Gedanken entschied sie sich 2016, zusammen mit dem Beistand ihrer leiblichen Kinder, die beiden in Pflege zu geben, um sie nach erfolgreicher Therapie wieder zu holen. Mit dem Ziel, Vergleichbares zu vermeiden, entschied sie daraufhin, sich zu unterbinden.

Ein grosser Fehler, wie ihr im Nachhinein bewusst wurde. «Meine Entscheidung für die Sterilisation war impulsiv, wie vieles in meinem Leben. Seitdem quält mich bis heute ein unbändiger Kinderwunsch», sagt die 40-Jährige. Die Unterbindung hat sie mittlerweile rückgängig gemacht. Versuche, schwanger zu werden, scheiterten jedoch bislang. «Das hat mich psychisch fertig gemacht», so Sara, die daraufhin Psychopharmaka einnahm. Und dann kam sie durch Zufall auf die Reborn Babys.

«Sie hat mein Leben verändert»

Vor vier Jahren hat Sara eine «Rebornerin» aus Deutschland kennen gelernt und sich nach einigen Gesprächen mit ihr ein Reborn Baby gekauft. «Das war anfangs sehr komisch. Ich dachte mir, damit gehe ich sicher nicht raus. Das hat sich aber schnell geändert», erinnert sich die Gossauerin. Sie kaufte einen Kinderwagen und geht von Zeit zu Zeit mit einem der Puppenbabys spazieren. Dafür kleidet sie es auch wetterbedingt. Die Reaktionen fallen oft positiv aus. Trotzdem wünscht sich die 40-Jährige mehr Verständnis für die Reborn-Mamis. «Einige Leute sammeln zum Beispiel Modellautos und spielen damit. Das wird ohne Weiteres akzeptiert. Ich werde hingegen manchmal beleidigt, obwohl meine Leidenschaft auch niemandem schadet.»

Trotzdem verbindet Sara nach wie vor positive Gefühle mit der Reborn-Puppe. «Sie hat mein Leben verändert. Ich gehe viel mehr raus und fühle mich nicht mehr so einsam», sagt sie. Die 40-Jährige bezeichnet die Puppen als Medizinersatz. Seit dem Ersterwerb hat sie sämtliche Psychopharmaka erfolgreich abgesetzt. «Mir ist aber schon bewusst, dass es eine Puppe ist. Manchmal benutze ich sie wochenlang nicht, es kommt immer auf meine Stimmung an», sagt Sara.

Mittlerweile hat die Gossauerin etwa zwölf Puppen verkauft. Sie hat bewusst nur noch ein Reborn Baby zu Hause, und zwar eines, das sie selbst gemacht hat. Bald soll sich nämlich ihr Kinderwunsch erfüllen. «Sobald ich genug Geld gespart habe, lasse ich mich künstlich befruchten», sagt Sara. Mit dem Gedanken fühlt sie sich stark genug, fast ohne Reborn Baby auszukommen.

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