Behörden können jetzt Lehrerinnen Kopftuch verbieten

behörden können jetzt lehrerinnen kopftuch verbieten

Behörden können Lehrerinnen Kopftuch verbieten

Der EuGH hat entschieden, dass Behörden das Tragen von Kopftüchern verbieten dürfen. “Heute”-Kolumnist Niki Glattauer hält dies für falsch.

Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung darf von den Behörden das Tragen eines Kopftuchs oder anderer sichtbarer Zeichen religiöser Überzeugung (wie etwa Kreuze) am Arbeitsplatz verboten werden. Das hat der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) in Luxemburg in einem richtungsweisenden Urteil nun entschieden. Oberösterreichs FPÖ-Chef und Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner lässt nun ein entsprechendes Verbot juristisch prüfen. Doch wie sieht es an Österreichs Schulen aus?

Na bumm! Österreichs Schulbehörden dürften Lehrerinnen das Tragen von Kopftüchern jetzt also verbieten. Nichts anderes bedeutet das Urteil des EuGH in einem Arbeitsprozess, den eine Muslimin in Lüttich (Belgien) angestrengt – und diese Woche in letzter Instanz verloren hat (“Heute” berichtete).

Das Verbieten religiöser Kleidung sowie anderer religiöser Zeichen in den Behörden der EU-Staaten, so die Höchstrichter in Luxemburg, wäre kein Verstoß gegen das Recht auf religiöse Freiheit, es müsse nur für alle gelten. Heißt, auch Kreuze, Turban, Ordenstracht oder die jüdische Kippa müssten weg. Nun sind Schulhäuser zwar keine Behörde, aber Institutionen “mit Publikumsverkehr”, die behördlich geführt und verwaltet werden.

Damit es da keine Missverständnisse gibt: Ich halte es für falsch und kontraproduktiv, religiöse Zugehörigkeit öffentlich verschweigen oder verleugnen zu müssen (siehe Frankreich). Aber wetten, da braut sich recht(s) schon was zusammen?

Wenn wir schon dabei sind. Heuer schreiben mir mehrere Lehrerinnen mit bildlichen Sorgenfalten zwischen ihren Zeilen, dass sie – anders als in den letzten 20 Jahren – von höherer Stelle geradezu aufgefordert (“ermuntert”) werden, Nikolo-Auftritte zu organisieren. Eine VS-Kollegin aus NÖ zitiert ihren Chef (SQM) so: “Feiern wir den Krampus wie früher. Lassen wir uns unsere Traditionen von anderen nicht schlechtmachen”. Die Lehrerin pointiert: “Ist mit ‘wie früher’ der vom Elternverein teuer bezahlte Fake-Weißbart gemeint, der 7-Jährigen weismacht, der liebe Gott belohnt gute Schulnoten, mit einem Krampus im Schlepptau, der zitternden ‘schlechten’ Schülern die Leviten liest?”

Ich erinnere mich an meine PädAk-Ausbildung, als Nikolo-Auftritte in obiger Form “schwarze Pädagogik” genannt wurden. Heute wollen wir uns von “anderen” unsere Bräuche nicht madig machen lassen. Eh richtig so! Aber schütten wir das Kind nicht mit dem Bade aus!

Nicht so sexy fand ich den Vorschlag des AMS-Chefs, die Qualität von Schulen am Erfolg abgegangener Schüler in deren Berufsleben zu bewerten. Messen, so seine Aussage, solle man die Zahl der Studienabbrecher sowie das spätere Gehalt.

Nicht nachgedacht, Herr Kopf! Als hinge der Erfolg eines Schülers hauptsächlich von Schule und Lehrern ab. Und nicht viel mehr von den Möglichkeiten gut betuchter Eltern. Oder dem Standort der Schule: Mittelschule Wien-Rudolfsheim vs. Mozarteum. Oder der Zusammensetzung in den Klassen: 100 % Ahmed in einer VS in Linz vs. 100 % Laurin-Silvester in der AHS ob Lainz. Oder den Geldmitteln. Den einen wird’s hineingeschoben (Campus in Wien), die anderen werden kaputtgespart (Kleinschule an der Leitn). Bewerten wir lieber die Qualität derer, die diesen Schmarrn verantworten!

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